Der dritte Öl-Schock – G8 pfeifen im Walde

Der nun dritte Öl-Schock traf die Regierungen der G8 völlig unvorbereitet. Seit dem letzten Gipfel in Heiligendamm hat sich der Ölpreis auf 140 US-Dollar verdoppelt. Es sei daran erinnert, dass die erste Ölkrise einer der zentralen Gründe für die Einberufung des ersten G6-Gipfels im französischen Rambouillet war. In den vergangen Jahrzehnten haben sie trotz einiger Effizenzsteigerungen völlig darin versagt, die Abhängigkeit der Wirtschaft von Erdöl tatsächlich zu minimieren.

In ihrer Erklärung zur weltwirtschaftlichen Lage, die heute bekannt wurde, geht es ihnen insbesondere um kurzfristige und schnelle Investitionen in die Förderung und in den Raffineriesektor. Diese Forderung ist reine Augenwischerei. Denn Saudi-Arabiens Ankündigung bei der internationale Öl-Konferenz von vor 10 Tagen das Angebot zu steigern, wurde international kaum für bare Münze genommen, da die aktuellen Reserven und Förderkapazitäten tatsächlich begrenzt sind. Zudem gibt es einen Engpass bei Raffineriekapazitäten, das jegliche Ankündigungen von zügig und deutlich steigendem Output als haltlos entzaubert. Vgl. http://www.nytimes.com/2008/06/23/world/middleeast/23saudi.html

Was die G8 gerade versuchen ist « to talk the marktet down », wie es Dave Ernsberger, der Asien-Director des internationale Energie-Informationsdienstleisters Platts in Singapur.

Das alles heißt natürlich nicht, dass nun Exploration und Förderung in Gebieten die bisher nicht von Ölförderung betroffen waren – z.B. in Naturschutzgebieten. Gerade in den USA wird darüber heftig gestritten.

Gewinner der Ölkrise sind auf alle Fälle die Förderländer, deren staatliche Ölfirmen z.Z. enorme Profite einfahren, zudem die multinationalen Ölkonzerne, die im Geld schwimmen.

Am härtesten von der Preisentwicklung betroffen sind Entwicklungsländer, die selbst keine Ölförderung besitzen. Vgl.: http://business.africanpath.com/article.cfm?articleID=52969

Besonders entlarvend ist die Öl-Politik der G8 dann, wenn man sie zu ihrem Klima-Zirkus in Bezug setzt. Angeblich hat Bush das Zugeständnis gemacht, dass in der G8-Erklärung, die morgen Nachmittag vollständig vorgestellt wird, das C02-Reduktionsziel von mindestens 50% bis 2050 enthalten ist. Damit – als Erfolgsmeldung – werden die G8 dann ihre PR-Leute munitionieren, mit einem Zugeständnis eines abgehalfterten Präsidenten für das Jahr 2050. Man kann gespannt sein, wie das medial laufen wird.

Alexis Passadakis

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