Bewegung gegen G8 – Der Friedensmarsch in Hokkaido am globalen Aktionstag, 5. Juli

Drückende schwüle Luft, sengende Sonne. Ab 13:00 Uhr versammeln sich im Odori-Park nach und nach über 5000 Menschen, um ab kurz nach drei Uhr die Demonstration gegen den G8-Gipfel zu beginnen.

Etwa die Hälfte der TeilnehmerInnen stammen aus Hokkaido selbst, die übrigen aus anderen Landesteilen Japans und aus über 50 Ländern. KoreannerInnen konnten nur vereinzelt kommen, von den koreanische BäuerInnen der KPL (Korean Peasants League) hat es nur der Tomatenfarmer Sung Min Nam geschafft. Vierzig waren umgehend am Flughafen abgewiesen wurden, weitere 19 dort über 24 Stunden festgehalten und dann ebenfalls nach Hause geschickt, obwohl Kora mit Japan ein Abkommen über Grenzverkehr hat, welches solche Maßnahmen verbietet.

Bevor die Demonstration aufbricht erklärt der Demoveranstalter, das Friedensnetzwerk der Insel, die Polizeiauflagen: mehr als vier Personen dürfen nicht nebeneinander gehen und mehr als eine Fahrbahn darf nicht beansprucht werden. Der Verkehr darf nicht unterbrochen werden, was bedeutet, dass an Ampeln angehalten werden muss. Die Konsequenz: der lange schmale Demozug wird ständig an den Kreuzungen zerteilt.

La Via Campesina führte die Demo an, sie waren neben den Friedensgruppen und dem anarchistischen AktivistInnen der auffälligste Block. Der Block von Via cCmpesina bestand aus 600 BäuerInnen aus Japan und 100 internationalen Mitgliedern des internationalen KleinbäuerInnenverbandes.
Zu erkennen sind sie an ihren grünen Schultertüchern, auf denen zu lesen steht, dass ihr Konzept der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, Ernährungssouveränität, nicht der agroindustrielle Anbau, die Lösung von Ernährungskrise und Klimakatastrophe sei. „Farmers

Can keep the planet cool!“ sagte ein Via Campesina-Aktivist aus Bangladesh.

Der anarchistische Block war sehr bunt: Manga-Figuren, Clowns, Pink-Silvers, Schwarz gekleidete und kostümierte GroßfigurenträgerInnen. Insgesamt ca. 250 Menschen, aberdings wenig organisiert, keine erkennbaren Gruppenstrukturen, nur ein kleiner 2,5 t-Lauti.

Au der Sicht von Attac Japan war die Demo eine gelungene Aktion: „Für uns ist die Demo ein Erfolg, denn wir haben damit enorme Aufmerksamkeit für unsere globalisierungskritischen Themen erregt“, sagte Yoko Akimoto von Attac Japan. Denn es sei gelungen, Aufmerksamkeit für globalisierungskritische Themen in Japan zu erregen.

Angesichts der Schwäche kritischer zivilgesellschaftlicher Organisationen in dem 127 Mio. Einwohner-Land, wo selbst eine Organisation wie Greenpeace nur 5000 Fördermitglieder hat, trifft dies zu.

Die japanische Medienlandschaft war geschlossen vertreten. Zumindest die japanischen Printmedien berichteten ausführlich über die Forderungen der TeilnehmerInnen der Demo. Z.B. die Abendzeitung Hokkaido Shimbun. Sie wird von 70 Prozent der Einwohnerinnen der Insel, immerhin 5 Mio, gelesen.

Die AktivistInnen hoffen daher, dass die G8-Proteste zum Katalysator für mehr gesellschaftliche Bewegung werden. Das ist ihr strategisches Ziel. Zwar hat die Regierung bahnbrechend schlechte Umfrageergebnisse und empfinden viele eine gesellschaftliche Stagnation, aber bisher konnte sich kein Akteur so positionieren, dass diese Stimmung in eine progressive Richtung gewendet werden konnte.

Alexis Passadakis

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2 Responses to “Bewegung gegen G8 – Der Friedensmarsch in Hokkaido am globalen Aktionstag, 5. Juli”



  1. 1 trueten.de - Willkommen in unserem Blog! Trackback zu 6. Juli 2008 20:53 um 20:53
  2. 2 PatJe.de » Demonstrationen gegen G8 Gipfel Trackback zu 7. Juli 2008 22:53 um 22:53

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